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Wer braucht schon Kritiker?

yocampbell18
7. Sept.
1 Min. Lesezeit

Gestern besuchte ich ein Benefizkonzert bei und für Theater im Fluss, einer Jugend Kunst Schule mit Theater- und Kulturprogramm in Kleve, die aufgrund der um sich greifenden Sparmaßnahmen, die unverständlicher Weise auch ganz Besonders Kinder und Jugendliche (be)treffen, finanziell geschwächt ist. Die Band, Tipsy Kitty Cats, 4 mehr oder weniger junge Musiker, herausragend Noah am Klavier, präsentierten sich in dieser Konstellation und ihre selbstkomponierte Musik zum ersten Mal. Ungewöhnlich, interessant, dachte ich, mitreissend. Nach einiger Zeit jedoch meldete sich mein innerer Kritiker und hatte einiges zu beanstanden. Manches war ihm zu gleichförmig, er vermisste beim Sänger Wagnis, hatte auch über die Dramaturgie zu meckern. Und das, obwohl er noch nicht einmal Noten lesen kann! Er wurde aufdringlich, fordernd und hinderte meinen Genuss. Soll ich in der Pause gehen, überlegte ich. Da kamen mir Salvadors Worte in den Sinn:.„Übt euch in Öffnung und Hingabe“. Ich schloss die Augen und befolgte seinen Rat. Schwupps verabschiedete sich der Störenfried und schlich sich wortlos aus meinen Gedanken. Ein völlig anderes Erleben eröffnete sich mir, jegliche Verantwortung für das Geschehen auf der Bühne fiel von mir ab und die Musik ergriff mich in neuer Weise. Rhythmen pulsten in mir, ich schwamm in einem Meer von Ton und Klang, Glückseligkeit in jeder Zelle, auf meinem Gesicht ein riesiges Lächeln. Ich verstand das Wunder, den Zusammenklang der Instrumente, die Sehnsucht der Stimme, wurde selbst ein Teil des Ganzen. Genoss das Konzert bis zum letzten Ton und feierte das Erlebnis mit allen anderen in einem vereinenden, befreienden Applaus.

Danke Salvador, danke Tipsy Kitty Cats, danke Theater im Fluss.

 
 
 

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