Nutzlos?

Heute morgen las ich in einem der vielen Kommentare zu einem Vortrag über das Wirken in und für unsere Welt „Ich bin Jahrgang 54 und herzkrank, ich weiß wirklich nicht, was ich da noch tun kann“ Ähnliches hörte ich von meiner Mutter, 96 Jahre alt „Was soll ich hier noch? Ich bin doch nutzlos und falle allen zur Last“. Ja, es ist wohl eine große Herausforderung, die Autonomie zu verlieren, nicht mehr handelnd in das Leben eingreifen zu können und auf die Hilfe von anderen Menschen und Institutionen angewiesen zu sein.
Kommt es doch für jeden zu plötzlich, überraschend und unerwünscht, unabhängig vom Alter. Seinen Alltag nicht mehr bewältigen zu können, „ohne Nutzen“ zu sein. Dann zählt es plötzlichwenig, dass man Kinder geboren und aufgezogen hat, sich um die alternden Eltern gekümmert und caritative Dienste geleistet hat. Und wer von der jüngeren Generation möchte von der errungen Weisheit hören, geschweige denn, sie für das eigene Leben umsetzen? Verständlich, dass das Leben grau erscheint und sinnlos. Nachdem ich meiner Mama aufzählte, was sie, meinem Empfinden nach, für mich, meine Kinder und Enkelkinder getan hat, was sie uns gezeigt und geschenkt hat, ihr von ganzem Herzen für alles dankte, schwiegen wir beide. Dann fiel mir etwas ein und ich sagte „Du kannst ja jederzeit segnen. Alles, was du für wichtig hältst, jeden, der dir einen Dienst erweist, sichtbar und unsichtbar“. Dazu sagt sie nichts und ich weiß nicht, ob sie meinen Rat befolgen möchte, Damit mir das in Zeiten der äußeren Handlungsunfähigkeit geläufig ist, übe ich es schon jetzt und segne diesen Tag und alle Menschen dieser Welt.



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