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Alles verloren?

yocampbell18
12. Sept.
2 Min. Lesezeit

Oft gehört, mehr oder weniger erfolgreich verdrängt. Die Geschichten von Gewalt, Trümmern, unermesslichen Verlusten, von Flucht, Heimatlosigkeit, Demütigung und Anpassungsproblemen. Unvorstellbar für all die, die davon nur lesen, hören oder auf dem Bildschirm sehen. Schmerzhafte Realität für eine Riesenmasse Mensch. 6,4 Millionen aus Venezuela, 5,2 Millionen aus der Ukraine, 3,7 Millionen aus Afghanistan, 2,8 Millionen aus dem Sudan und 4,9 Millionen aus Syrien. Und das sind nur die Länder mit den höchsten Flüchtlingszahlen, lese ich mit wachsendem Entsetzen auf der Seite der Uno Flüchtlingshilfe e.V. Wie kann das sein, frage ich mich, dass ich gerade 3 jungen Menschen aus Syrien und Tabea aus Deutschland applaudiert habe, die das Publikum der „Weltreise“, organisiert von Bassam Alkhouri auf der Bühne von Theater im Fluss, begeisterten. An ihrer Musik, Kultur und Herzensfreude Teil haben ließen.



Tabea Frauenlob und Ayman Alzainab waren angekündigt. Überraschungsgäste: Ruba, die Schwester Aymans und Tawfik Awfi, ein guter Freund, beide viele Kilometer angereist um dieses Erlebnis zu teilen. Der Raum war zum Bersten gefüllt, es wurde gesungen, viele kannten die Lieder der Heimat, diejenigen, die der arabischen Sprache nicht mächtig waren, klatschten und die Seele kräuselte sich. Ruba hatte eine syrische Geschichte dabei, die sie in Originalsprache präsentierte, Tabea schenkte uns einfühlsam die deutsche Übersetzung. Dann sprach Ruba davon, wie es ist, die Heimat zu verlieren, Land, Kultur, Familie, Freunde. Doch, so sagte sie in etwa, man kann uns nicht alles wegnehmen. Das, was wir in unserem Kopf haben, in unserem Herzen, das kann uns niemand nehmen. Und die Musik ist ein Teil davon, ein Vehikel für Träume, Sehnsucht, Erinnerung und Hoffnung. Und wir waren eingeladen, einzusteigen und unsere Gefühle tanzen zu lassen. Danke Ruba, Tabea, Ayman und Tawfik für diese wunderbare Lektion in Sachen Frieden und interkulturellem Miteinander. Wider Gewalt, wider Machtmissbrauch, für die Menschlichkeit.


Artikel 1 Absatz 1 des deutschen Grundgesetzes:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“.

 
 
 

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